Wo ist dein Glaube?

Warum hat Jesus noch den Sturm? Stellen Sie sich vor, was die Jünger eine halbe Stunde später gedacht haben könnten.

* * *

Das Meer war jetzt ruhig. Und es war gerade genug Brise, um das Boot vorwärts zu schieben.

Die Jünger waren auch still. Andrew steuerte. Er hatte für Peter übernommen, der erschöpft und in Gedanken versunken in einem Umhang saß. Er war bis auf die Haut durchnässt. Andere retteten das restliche Wasser.

Jesus schlief wieder.

James lehnte sich an den Bug des Gunwale und beobachtete, wie Reflexionen auf gütigen Wellen tanzten. Er versuchte zu absorbieren, was er gerade gesehen hatte.

James kannte dieses Meer. Er und John hatten den größten Teil ihres Lebens darin verbracht. Sein Vater war Fischer. So waren die meisten seiner männlichen Verwandten und Freunde. In seinen Gedanken leuchteten die Gesichter einiger von ihnen auf, die in unvorhersehbaren Stürmen aus Galiläa ertrunken waren, wie dem, der sie vor kaum einer halben Stunde niedergeschlagen hatte.

James, ein erfahrener Bootsmann, war nicht leicht zu alarmieren. Aber er kannte einen Menschenfresser, als er es sah. Dieser Sturm hatte seinen Mund geöffnet, um sie alle in den Abgrund zu schlucken.

Terror war in Johns Augen gewesen, als er James ergriff und schrie: „Wir müssen es dem Meister sagen!“ Sie stolperten zum Heck. Wie Jesus geschlafen hatte, während die wütende Brandung das Boot herumwarf, war selbst ein Wunder. Sie weckten ihn schreiend: „Rette uns, Herr; wir sterben! "

Jakobus würde nie vergessen, wie Jesus ihn ansah. Seine Augen waren gleichzeitig stark und ruhig. Keine Spur von Angst. Jesus legte die Decke beiseite und erhob sich auf dem hinteren Deck zu voller Höhe. James, der befürchtete, dass Jesus über Bord geworfen werden würde, griff nach ihm, als Jesus rief: „Friede! Sei still! “2

Kaum hatten diese Worte seinen Mund verlassen, war der Wind vollständig verschwunden! Das plötzliche Heulen war weltfremd. Die Wellen begannen sofort nachzulassen. Jeder Schüler stand da, wo er war, und sah verblüfft auf Wasser und Himmel und auf einander.

Der Blick Jesu verweilte einen Moment auf den steilen Hügeln am Westufer. Dann sah er sich zu den Zwölf um und sagte: „Wo ist dein Glaube?“ 3

Er hatte James direkt angesehen, als er „Glaube“ sagte.

Jetzt, als Jakobus sich an den Bogen lehnte, drehte er die Frage Jesu in seinen Gedanken immer wieder um.

„Wo ist dein Glaube ?“ Als Jesus es zum ersten Mal sagte, fühlte Jakobus seine beabsichtigte Zurechtweisung. Traute er Gott nicht? War der Vater nicht mit Jesus? Er hatte geglaubt, dass er das glaubte. Aber der Sturm bewies, dass das ganze Vertrauen, das er fühlte, wenn der Druck nachließ, der Glaube an das schöne Wetter war. Die galiläischen Westler hatten es weggefegt. Er fühlte sich gezüchtigt und gedemütigt.

Aber je mehr James über die Frage nachdachte, desto tiefer wurde sie. „ Wo ist dein Glaube?“ Wo ist er, James? Wem haben Sie vertraut, als der Sturm aufkam? Ich vertraute dem, was meine Augen sahen. Ich vertraute dem, was sich auf meiner Haut anfühlte. Ich vertraute der gewalttätigen Kraft, die das Boot wie ein Spielzeug schleuderte und uns jede Minute überrollt hätte. Ich vertraute den Geschichten meines Vaters. Ich habe den Tragödien vertraut, an die ich mich erinnere. Ich habe der Macht des Sturms vertraut, weil Stürme Menschen töten.

Bis vor ein paar Minuten hätte das nur nach gesundem Menschenverstand ausgesehen. Aber Jesus hatte alles verändert.

Als Jakobus zu dem schlafenden Jesus zurückblickte, fielen ihm die Worte des Psalmisten ein:

Denn ich weiß, dass der Herr groß ist und dass unser Herr über allen Göttern steht.

Was der Herr will, tut er im Himmel und auf Erden, in den Meeren und in allen Tiefen.

Er ist es, der die Wolken am Ende der Erde aufsteigen lässt,

Wer macht Blitze für den Regen und bringt den Wind aus seinen Lagerhäusern

Wer ist das? 5 Jemand, der einem Killersturm befehlen kann, zu sterben, wenn er will. Die heilige Angst überflutete ihn erneut. Diese Angst erzeugte jedoch keine Panik, sondern eine tiefe, nervende, ehrfürchtige Freude.

* * *

Wenn der Sturm tobte und Jesus schlief, was sah mächtiger aus?

Dies ist ein wichtiges Bild, an das man sich erinnern sollte, denn wenn die Stürme des Lebens zuschlagen, erscheinen sie uns fast immer stärker als Gottes Wort. Und die wichtige Frage, die Sie in diesem Moment stellen sollten, ist, wo ist Ihr Glaube?


  1. Matthäus 8, 25 ↩

  2. Markus 4:39 ↩

  3. Lukas 8:25

  4. Psalm 135: 5-7 ↩

  5. Lukas 8:25

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