Simon der Pharisäer: Der Brennstoff der wahren Liebe zu Gott

Er hatte den Heiligen Israels in seinem Haus, der an seinem Tisch lag. Der Prophet, den Moses vorausgesagt hatte, teilte das Abendessen mit ihm. Der Herr der Herrlichkeit, die Auferstehung und das Leben sprachen von Angesicht zu Angesicht mit ihm. Der große Höhepunkt der Geschichte, für den er zu leben behauptete, war gekommen. Es hätte eine wundervolle, atemberaubende Ehre für Simon sein sollen, den Messias zu beherbergen.

Aber Simon wunderte sich nicht. Als er Jesus ansah, sah er nur einen staubigen Nazarener, dessen Behauptungen als Wahn interpretiert werden konnten.

Und die Füße Jesu waren immer noch schmutzig. Den Gästen Fußwaschungen anzubieten, war für die Völker des Nahen Ostens seit Tausenden von Jahren eine tief verwurzelte Gewohnheit. Nicht anzubieten, hieß, den Gast zu entehren. Es ist unwahrscheinlich, dass Simon es einfach vergessen hat.

Aber Jesus zeigte kein Anzeichen von Beleidigung. Und mit dem Essen auf dem Tisch wurden oberflächliche Höflichkeiten ausgetauscht. Ein paar höfliche Fragen wurden gestellt.

Plötzlich füllten sich alle Augen, die Jesus zugewandt waren, mit verwirrter Besorgnis und richteten sich auf seine Füße. Jesus schaute zurück.

Eine Frau stand in seiner Nähe und gehörte offensichtlich nicht zum Haushalt. Sie sah ihn intensiv an und hielt ein kleines Glas in ihren Händen. Sie begann zu schluchzen und fiel auf die Knie. Und als ihre Tränen flossen, beugte sie sich vor und ließ sie auf Jesu schmutzige Füße fallen und wischte sie zusammen mit dem Dreck mit ihren Haaren ab. Dann küsste sie Jesu Füße.

Um den Tisch war ein Keuchen und Gemurmel zu hören. Diese Frau hatte einen Ruf, der allen einheimischen Gästen bekannt war. Es war unangebracht, offen darüber zu sprechen, was ihr diesen Ruf gegeben hatte. Sie wurde einfach als "Sünderin" bezeichnet. Jeder wusste, was in dieses Wort gepackt war.

Alle, außer Jesus, waren anscheinend von den Taten dieses Sünders betroffen. Er schien nicht geschockt zu sein. Und er tat nichts, um sie aufzuhalten. Ein alarmierter Diener ging auf die Frau zu, aber Simon winkte ihn ab. Dies war ein aufschlussreicher Moment.

Als Simon sah, wie die Frau duftendes Öl aus ihrem Gefäß auf Jesu Füße schüttete, verspürte er sowohl Verachtung als auch Vergnügen. Seine Einschätzung Jesu wurde vor seinen Augen bestätigt. Nichts sprach beredter von der Falschheit dieses sogenannten Propheten als sein erstaunlicher Mangel an Unterscheidungsvermögen in Bezug auf diese unmoralische Frau. Kein heiliger Mann hätte zulassen, dass sie ihn mit ihrer Berührung beschmutzte. Er begann zu proben, was er dem Rat berichten würde.

„Simon, ich habe dir etwas zu sagen.“ Jesu Worte lenkten Simons Aufmerksamkeit zurück. „Sag es, Lehrer“, antwortete er.

„Ein bestimmter Geldverleiher hatte zwei Schuldner. Einer schuldete fünfhundert Denare und der andere fünfzig. Als sie nicht bezahlen konnten, stornierte er die Schulden von beiden. Nun, wer von ihnen wird ihn mehr lieben? "

Simon antwortete: Derjenige, für den er wohl die größere Schuld erlassen hat. Und er sagte zu ihm: Sie haben richtig beurteilt.

Dann drehte er sich zu der Frau um und sagte zu Simon: „Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus getreten. du hast mir kein wasser für meine füße gegeben, aber sie hat meine füße mit ihren tränen benetzt und sie mit ihren haaren abgewischt. Du hast mich nicht geküsst, aber seit ich reinkam, hat sie nicht aufgehört, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt, aber sie hat meine Füße mit Salbe gesalbt. Deshalb sage ich dir, ihre Sünden, die viele sind, sind vergeben - denn sie hat viel geliebt. Aber wer wenig vergeben hat, liebt wenig. “

Und dann sprach Jesus zu der Frau: „Deine Sünden sind vergeben. Dein Glaube hat dich gerettet; geh in Frieden. “(Zitate aus Lukas 7: 40-49.)

* * *

„Wer wenig vergeben hat, liebt wenig.“ Diese kleine Aussage offenbart eine riesige Wahrheit für uns: Wir werden Gott so sehr lieben, dass wir die Größe unserer Sünden und die Unermesslichkeit der Gnade Gottes erkennen, ihnen zu vergeben.

Als Pharisäer hatte Simon wahrscheinlich bedeutende theologische Kenntnisse erlangt, umfangreiche Teile der Schrift auswendig gelernt, strenge Selbstdisziplin ausgeübt, akribisch den Zehnten gezahlt, viel Zeit damit verbracht, Gott zu „dienen“, und sich des Rufs eines göttlichen Mannes erfreut. Und doch liebte er Gott nicht.

Die Frau, die nichts anderes zu bieten hatte als eine beschämende Sünde, wurde von Jesus als Vorbild für wahre Anbetung beschrieben. Warum? Einfach, weil sie wusste, wie dringend sie die Vergebung brauchte, die Jesus in seinem Evangelium anbot, und sie glaubte, dass er sie gewähren konnte.

Das ist es, wonach Jesus sucht. Das ist der Glaube, der rettet.

Wahre Anbetung ist eine leidenschaftliche Liebe zu Gott. Und für Sünder wie uns ist der Treibstoff dieser Liebe eine tiefe Erkenntnis, um mit den Worten des ehemaligen Sklavenhändlers und Pastors John Newton zu sagen: „Ich bin ein großer Sünder und Christus ist ein großer Retter.“

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